Stellungnahme zum Aktionsplan „Nachhaltigkeit für ein modernes und zukunftsfähiges Deutschland“

Der TÜV-Verband begrüßt den Aktionsplan der Bundesregierung für mehr Nachhaltigkeit. Klare Ziele, verlässliche Standards und unabhängige Prüfungen sind jedoch entscheidend, damit die Missionen wirksam umgesetzt werden können.

Junge grüne Pflanzentriebe wachsen aus der Erde.
© Francesco Gallarotti via Unsplash

Der TÜV-Verband begrüßt den Aktionsplan der Bundesregierung für mehr Nachhaltigkeit. Damit die 19 Missionen erfolgreich umgesetzt werden können, braucht es klare Ziele und Zuständigkeiten, eine verlässliche Finanzierung und eine regelmäßige Überprüfung der Fortschritte. Eine wichtige Rolle spielen dabei Normen, unabhängige Prüfungen und eine wirksame Marktüberwachung. Sie schaffen einheitliche Maßstäbe und sorgen dafür, dass Nachhaltigkeitsanforderungen messbar und ihre Einhaltung verlässlich überprüfbar werden.

Die wichtigsten Positionen des TÜV-Verbands im Überblick:

  • Qualitätsinfrastruktur verankern: Normen, unabhängige Prüfungen und eine wirksame Marktüberwachung machen Nachhaltigkeitsanforderungen messbar und überprüfbar. Die zuständigen Prüf-, Zertifizierungs- und Normungsorganisationen sollten deshalb frühzeitig eingebunden werden.
  • Verwaltung sicher digitalisieren: Bei der Digitalisierung der Verwaltung müssen IT-Sicherheit, Datenschutz, Verfügbarkeit, Nutzerfreundlichkeit und Barrierefreiheit von Anfang an berücksichtigt werden. Kritische IT-Systeme sollten regelmäßig unabhängig geprüft werden. Für den Einsatz von KI braucht es klare Anforderungen an Transparenz, Robustheit und menschliche Aufsicht.
  • Infrastruktur langfristig absichern: Bei Investitionen in Infrastruktur müssen Sicherheit, Verfügbarkeit, Klimaverträglichkeit und Widerstandsfähigkeit über die gesamte Lebensdauer berücksichtigt werden. Unabhängige Prüfungen und wiederkehrende Zustandsbewertungen helfen, Risiken frühzeitig zu erkennen.
  • Nachhaltigkeitsprüfung praxistauglich ausgestalten:  Neue politische Vorhaben sollten frühzeitig auf ihre Auswirkungen auf Nachhaltigkeit geprüft werden. Dafür braucht es einheitliche Kriterien, die neben ökologischen und sozialen Auswirkungen auch technische und digitale Sicherheit, Resilienz und praktische Umsetzbarkeit berücksichtigen
  • Nachhaltigkeitsberichterstattung für KMU praxistauglich gestalten: Kleine und mittlere Unternehmen brauchen einheitliche Definitionen, klare Kriterien und möglichst gebündelte Berichtsanforderungen. Freiwillige unabhängige Prüfungen können dazu beitragen, die Angaben nachvollziehbar und verlässlich zu machen.
  • Sichere Reparaturen ermöglichen: Reparaturen verlängern die Lebensdauer von Produkten und schonen Ressourcen. Dabei dürfen IT- und Cybersicherheit nicht beeinträchtigt werden. Zertifizierte Reparaturbetriebe und ein Prüfzeichen „Ready for Repair“ können Orientierung bieten.
  • Nachhaltige öffentliche Beschaffung stärken: Bei der öffentlichen Beschaffung sollten einheitliche Nachhaltigkeitskriterien und anerkannte Normen gelten. Unabhängige Prüf- und Zertifizierungsnachweise sollten systematisch in Vergabeverfahren einbezogen werden.
  • Biobasierte Kunststoffe ganzheitlich bewerten: Ob ein Kunststoff nachhaltig ist, hängt nicht allein von der Herkunft seiner Rohstoffe ab. Maßgeblich sind Lebenszyklus, technische Eignung, Recyclingkompatibilität und Rückverfolgbarkeit. Dafür braucht es geeignete Normen, Prüfmethoden und unabhängige Überprüfungen.
  • Menschenrechtliche Sorgfaltspflichten praxistauglich umsetzen: Unternehmen brauchen klare, rechtssichere und international abgestimmte Vorgaben. Freiwillige unabhängige Prüfungen können Risiken frühzeitig erkennen.

 

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