Bidirektionales Laden: Potenziale von E-Autos für das Stromnetz nutzen

Die geplante EEG-Novelle könnte die Rückspeisung von Strom aus Elektroautos ins Netz einschränken. Der TÜV-Verband empfiehlt deshalb eine dynamische Regelung, die Solarspitzen begrenzt und zugleich die Potenziale von Fahrzeugbatterien als flexible Stromspeicher nutzt.

Ein Auto steht vor einem Garagentor und wird geladen. Es ist ein Elektorauto. Auf der Garage befindet sich eine Solaranlage.
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Beim bidirektionalen Laden können Elektrofahrzeuge als Stromspeicher dienen: Sie nehmen überschüssigen Strom von PV-Dachanlagen auf und geben einen Teil davon später wieder ab, wenn Strom benötigt wird und das Netz ausreichend Kapazität hat. Die geplante Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) könnte diese Nutzung jedoch einschränken. Damit könnte sie einen wichtigen Baustein der Antriebs- und Energiewende ausbremsen.

Der TÜV-Verband empfiehlt eine Anpassung der Vorschriften, die solare Einspeisespitzen begrenzt und zugleich die sichere Nutzung der Speicherflexibilität von Elektroautos für das Stromnetz ermöglicht.

Der TÜV-Verband ordnet die Novelle wie folgt ein und gibt Empfehlungen:

1. Netzstabilität und Flexibilität zusammendenken

Solarspitzen sollen laut EEG-Novelle 2027 begrenzt werden, um die Netze effizienter zu nutzen und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Elektroautos können als flexible Speicher einen Beitrag leisten. Durch eine bedarfsgerechte Steuerung können sie Strom aufnehmen und zu einem späteren Zeitpunkt wieder ins Netz zurückspeisen.

2.Einspeisung von PV-Leistung nicht pauschal begrenzen

Die Novelle sieht für PV-Anlagen mit weniger als 100 KW eine dauerhafte Begrenzung am Netzverknüpfungspunkt auf 50 Prozent der installierten PV-Leistung vor. Eine ausdrückliche Ausnahme für Fahrzeugbatterien fehlt. Dadurch könnte die Rückspeisung auch außerhalb solarer Mittagsspitzen begrenzt werden – selbst wenn das Stromnetz zu diesem Zeitpunkt freie Kapazitäten hat.

3. Antriebs- und Energiewende gemeinsam ermöglichen

Fahrzeugbatterien können überschüssigen Solarstrom zwischenspeichern und damit auch die Energiewende unterstützen. Dieser Strom sollte später wieder ins Netz eingespeist werden können, wenn die Netzsituation es zulässt. Wird die Rückspeisung begrenzt, kann dies die Wirtschaftlichkeit des bidirektionalen Ladens beeinträchtigen.

4. Dynamische Steuerung statt starrer Grenze ermöglichen

Statt einer dauerhaften Begrenzung sollte die Rückspeisung an die örtliche Netzsituation angepasst werden. Bei drohender Überlastung muss sie rechtzeitig begrenzt werden können. Voraussetzung sind eine überprüfbare Steuerung, kompatible technische Schnittstellen sowie elektrische Sicherheit und Cybersecurity.

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Positionspapier Bidirektionales Laden