Nutzfahrzeuge-Report 2026 – Mängelquote verharrt auf hohem Niveau

Der TÜV-Nutzfahrzeug-Report 2026 zeigt: 20,3 Prozent aller geprüften Nutzfahrzeuge hatten erhebliche oder gefährliche Mängel. Am schlechtesten schneiden schwere LKW ab. Die häufigsten Mängel sind Ölverlust, Beleuchtungsmängel und Fahrwerksprobleme. Elektro-Transporter zeigen volle Bandbreite.Erstes Fahrzeug eines chinesischen Herstellers im Report zeigt zahlreiche Mängel.

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Berlin, 9. September 2026 – Der "TÜV-Report Nutzfahrzeuge 2026" hat rund 2,4 Millionen Hauptuntersuchungen der Jahre 2024 und 2025 ausgewertet. Die Ergebnisse gleidern sich in vier Gewichtsklassen: von leichten Transportern bis 3,5 Tonnen über leichte Lkw mit 3,5 bis 7,5 Tonnen und mittelschwere Lkw mit 7,5 bis 18 Tonnen bis zu schweren Lkw ab 18 Tonnen.

Zentrale Ergebnisse

20,3 Prozent aller Nutzfahrzeuge weisen bei der Hauptuntersuchung erhebliche oder gefährliche Mängel auf. Damit verharrt die Quote auf hohem Niveau und ist im Vergleich zum TÜV-Report 2023 nahezu unverändert (20,4 Prozent). Bei 64,6 Prozent der Fahrzeuge wird die Hauptuntersuchung ohne Mängel druchgeführt.

Die höchste Mängelquote haben Lkw über 18 Tonnen mit 21,8 Prozent. Es folgen Transporter bis 3,5 Tonnen mit 21,5 Prozent und leichte Lkw zwischen 3,5 und 7,5 Tonnen mit 19,8 Prozent. Am besten schneiden Lkw zwischen 7,5 und 18 Tonnen ab: Bei ihnen liegt die Quote der erheblichen und gefährlichen Mängel bei 16,3 Prozent. Ein Grund für die niedrigere Mängelquote in der Gewichtsklasse 7,5 bis 18 Tonnen: Viele dieser Fahrzeuge sind im Zulieferverkehr unterwegs, kehren täglich in ihre Depots zurück und werden häufig von festen Fahrer:innen genutzt. Dadurch fallen technische Probleme schneller auf und können frühzeitig behoben werden.

Typische Mängel

Ölverlust, Beleuchtungsmängel und Fahrwerksprobleme treten am häufigsten auf. Über alle Gewichtsklassen hinweg zeigen sich bei den einjährigen Fahrzeugen vor allem Mängel an der Beleuchtung: an der hinteren Beleuchtung bei 2,5 Prozent und am Abblendlicht bei 2,3 Prozent. Bei 0,8 Prozent der Fahrzeuge wird Ölverlust festgestellt.

Auch bei den zehnjährigen Fahrzeugen treten besonders häufig Mängel an der hinteren Beleuchtung (11,3 Prozent) und am Abblendlicht (5,6 Prozent) auf. Es folgen Mängel an der Achsaufhängung (5,0 Prozent) sowie an Bremstrommeln und Bremsscheiben (3,5 Prozent).

E-Transporter: Gute und schlechte Ergebnisse

In der Klasse bis 3,5 Tonnen sind erstmals auch drei Elektrotransporter im TÜV-Nutzfahrzeugreport vertreten. Sie zeigen sehr unterschiedliche Ergebnisse: Der Peugeot E-Expert belegt im Ranking der ein- bis zweijährigen Fahrzeuge mit einer Mängelquote von 8,4 Prozent einen guten fünften Platz. Der Mercedes E-Vito erreicht mit 19,7 Prozent dagegen nur den vorletzten Platz unter 27 Transportern.

Schlusslicht bei den drei- bis vierjährigen Fahrzeugen ist der Streetscooter (B14/B16) mit einer Mängelquote von 26,4 Prozent. Besonders häufig treten Mängel an der Achsaufhängung (12,4 Prozent), an den Lenkgelenken (9,8 Prozent) und am Abblendlicht (6,7 Prozent) auf. Inzwischen wird der Streetscooter nicht mehr produziert.

Noch reicht die Datengrundlage nicht aus, um die technische Zuverlässigkeit von Elektrotransportern insgesamt zu bewerten.

Chinesischer Transporter mit auffällig hoher Mängelquote

Erstmals ist mit dem Maxus Deliver 9 ein Transporter eines chinesischen Herstellers im TÜV-Nutzfahrzeugreport vertreten. Mit einer Mängelquote von 33,6 Prozent bei den ein- bis zweijährigen Fahrzeugen landet er mit Abstand auf dem letzten Platz. Besonders häufig treten Mängel an der Beleuchtung vorn (11,6%) und Abblendlicht (15,8%) und der Bremsanlage (Funktion Festellbremse 5,9%)  sowie Beanstandungen bei der Abgasuntersuchung auf. Das Fahrwerk bleibt dagegen unauffällig.

Weitere Trends

Der Nutzfahrzeugbestand in Deutschland ist zum 1. Januar 2026 um 1,8 Prozent auf 3,9 Millionen Fahrzeuge gestiegen. Gegenüber 2017 beträgt der Zuwachs 34 Prozent. Vor allem leichte Nutzfahrzeuge legen durch den wachsenden Liefer- und Paketverkehr zu. Gleichzeitig schreitet die Antriebswende voran: Von Januar bis Juli 2026 waren 13 Prozent der neu zugelassenen Nutzfahrzeuge reine Elektrofahrzeuge. Im Vorjahreszeitraum waren es 8,7 Prozent. Hohe Anschaffungskosten und eine unzureichende Ladeinfrastruktur bremsen den Umstieg weiterhin.

Mit der Elektrifizierung und Digitalisierung verändern sich auch die Anforderungen an die Hauptuntersuchung. Antriebsbatterien, Assistenzsysteme und Software müssen über den gesamten Lebenszyklus der Fahrzeuge unabhängig geprüft werden können. Dafür fordert der TÜV-Verband einen erweiterten Prüfumfang und einen besseren Zugang zu Fahrzeug- und Batteriedaten. Das geplante Roadworthiness Package der EU bietet die Möglichkeit, die Hauptuntersuchung entsprechend zu modernisieren.


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TÜV-Report Nutzfahrzeuge 2026