Berlin, 27. Oktober 2026 – Sieben von zehn Bundesbürger:innen (71 Prozent) befürworten ein absolutes Alkoholverbot für Autofahrer:innen. Für Motorräder, Motorroller, Mopeds und Mofas liegt die Zustimmung bei 74 Prozent und für E-Scooter bei 67 Prozent. Auch beim Fahrrad ist eine knappe Mehrheit (54 Prozent) für null Promille. Fast jede zweite befragte Person (49 Prozent) unterstützt die Nullpromillegrenze sogar für alle abgefragten Fahrzeugarten. Knapp jede:r fünfte Befragte (18 Prozent) lehnt die Nullpromillegrenze komplett ab. Das zeigt die TÜV Mobility Studie 2026, für die forsa im Auftrag des TÜV-Verbands 2.504 Personen ab 18 Jahren befragt hat.
„Alkohol greift genau das an, was man zum sicheren Fahren braucht: klaren Blick, Konzentration und schnelle Reaktion“, sagt Fani Zaneta, Referentin für Fahrerlaubnis, Fahreignung und Verkehrssicherheit beim TÜV-Verband. „Deshalb muss für alle, die ein Kraftfahrzeug fahren, null Promille gelten. Alkohol muss aus dem Straßenverkehr verbannt werden.“ Um wiederholte Alkoholfahrten zu verhindern, fordert der TÜV-Verband zudem, die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) bereits ab 1,1 Promille anzuordnen statt wie bisher in der Regel ab 1,6 Promille.
Frauen und Ältere häufiger für absolutes Alkoholverbot
Frauen sprechen sich deutlich häufiger für ein Alkoholverbot aus als Männer: 78 Prozent der Frauen und 63 Prozent der Männer befürworten null Promille für Autofahrende. Ein Alkoholverbot für alle Fahrzeugarten unterstützen 57 Prozent der Frauen, aber nur 40 Prozent der Männer. Männer (24 Prozent) lehnen ein Alkoholverbot insgesamt doppelt so häufig ab wie Frauen (12 Prozent).
Noch stärker als zwischen den Geschlechtern gehen die Meinungen zwischen den Altersgruppen auseinander: Ein absolutes Alkoholverbot für alle Fahrzeugarten unterstützen 31 Prozent der 18- bis 29-Jährigen, 47 Prozent der 30- bis 44-Jährigen, 48 Prozent der 45- bis 59-Jährigen und 59 Prozent der Menschen ab 60 Jahren. Die Nullpromillegrenze für Autofahrer:innen befürworten 78 Prozent der Befragten ab 60 Jahren, aber nur 62 Prozent der 18- bis 29-Jährigen.
Gefahr bekannt, Grenzwerte trügerisch
Dass Alkohol am Steuer gefährlich ist, wissen fast alle: 86 Prozent der Befragten halten ihn für sehr gefährlich, 12 Prozent für eher gefährlich. Tatsächlich erhöhen schon geringe Mengen das Unfallrisiko deutlich. Nach Daten des European Road Safety Observatory (ERSO) ist das Risiko, an einem tödlichen Unfall beteiligt zu sein, bei 0,3 Promille fast doppelt so hoch wie in nüchternem Zustand. Das allgemeine Unfallrisiko liegt bei 0,5 Promille beim 1,4-Fachen.
TÜV-Verband fordert klare Regeln für mehr Verkehrssicherheit
In Deutschland dürfen Kraftfahrzeugfahrende grundsätzlich mit bis zu 0,5 Promille fahren. Null Promille gilt bisher nur für Fahranfänger:innen in der Probezeit und für unter 21-Jährige. Zeigen Fahrende alkoholbedingte Ausfallerscheinungen, kann schon ab 0,3 Promille eine Straftat vorliegen. Ab 1,1 Promille gelten sie als absolut fahruntüchtig, Radfahrende erst ab 1,6 Promille. „1,6 Promille sind ein ausgewachsener Rausch“, sagt Zaneta. „Wer so viel getrunken hat, kann kein Fahrzeug mehr sicher führen, auch kein Fahrrad. Dass das Recht Radfahrenden hier so viel Spielraum lässt, passt nicht zum Risiko.“ Nach Ansicht des TÜV-Verbands besteht hier dringender Handlungsbedarf und empfiehlt die Grenze der absoluten Fahruntüchtigkeit für Radfahrende von 1,6 auf 1,1 Promille zu senken. Zudem sollte ein eigener Bußgeldtatbestand für alkoholisierte Radfahrende eingeführt werden.
Methodik-Hinweis: Grundlage der Studienergebnisse ist eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag des TÜV-Verbands unter 2.504 Personen ab 18 Jahren. Die Umfrage wurde vom 19. März bis 10. April 2026 durchgeführt.



