NKWS-Aktionsprogramm endlich beschlossen – jetzt Kreislaufwirtschaft konsequent umsetzen

Endlich Einigung beim Aktionsprogramm zur Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie: Der TÜV-Verband begrüßt den Kabinettsbeschluss als wichtigen Schritt für mehr Kreislaufwirtschaft, Rohstoffsicherheit und zirkuläre Geschäftsmodelle – jetzt muss die Umsetzung Tempo aufnehmen.

Blick aus der Vogelperspektive auf eine grüne Landschaft, in der ein Kreis aus Bäumen steht
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Berlin, 3. Juni 2026 – Das Bundeskabinett hat heute nach monatelanger Verzögerung das Aktionsprogramm für die Umsetzung der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) beschlossen. Der TÜV-Verband begrüßt, dass endlich eine Einigung erzielt wurde: Das Programm schafft eine wichtige Grundlage, um die Potenziale der Kreislaufwirtschaft für Innovation, Ressourcenschonung und Rohstoffsicherheit stärker zu nutzen.

„In keinem anderen Wirtschaftsfeld sind die Innovationspotenziale so groß wie in der Kreislaufwirtschaft“, sagt Juliane Petrich, Referentin Politik und Nachhaltigkeit beim TÜV-Verband. „Zirkuläre Geschäftsmodelle können neue Arbeitsplätze schaffen, die Wertschöpfung steigern und gleichzeitig Ressourcen schonen. Damit Unternehmen diese Potenziale erschließen können, brauchen wir jetzt verlässliche politische Rahmenbedingungen und gezielte staatliche Anreize.“

Besser versorgt mit kritischen Rohstoffen durch Kreislaufwirtschaft

Positiv ist aus Sicht des TÜV-Verbands, dass das Aktionsprogramm stärker betont, wie die Kreislaufwirtschaft dazu beitragen kann, die Versorgung mit kritischen Rohstoffen breiter aufzustellen. Dass Förderprogramme künftig mit dem Rohstofffonds der Bundesregierung verzahnt und europäische Vorgaben zu kritischen Rohstoffen zügig umgesetzt werden sollen, ist ein richtiger Schritt. Die Kreislaufwirtschaft kann dazu beitragen, Rohstoffabhängigkeiten zu verringern, Wertstoffe länger im Kreislauf zu halten und die Versorgungssicherheit des Standorts Deutschland zu stärken.

Öffentliche Beschaffung bleibt hinter Möglichkeiten zurück

Kritisch ist jedoch, dass zentrale Hebel im Laufe der Ressortabstimmung abgeschwächt wurden. War zuvor noch einklagbar, dass Sekundärrohstoffe in der öffentlichen Beschaffung bevorzugt werden, ist dies nun nicht mehr der Fall. Auch zusätzliche Impulse für eine nachhaltige Beschaffung auf Bundesebene wurden stark verwässert. „So wird es schwerer, grüne Leitmärkte zu schaffen und der Kreislaufwirtschaft den nötigen Marktschub zu geben“, sagt Petrich.

Aus Sicht des TÜV-Verbands kommt es nun auf die konsequente Umsetzung an. Das Aktionsprogramm kann einen wichtigen Beitrag leisten, um „Made in Germany“ auch in der Kreislaufwirtschaft als Qualitätsversprechen zu stärken. Dafür sind verlässliche Rahmenbedingungen, wirtschaftliche Anreize, klare Standards und unabhängige Prüfungen nötig. Die TÜV-Unternehmen leisten dazu einen wichtigen Beitrag: Sie gewährleisten durch ihre Arbeit die Sicherheit, Zuverlässigkeit und Qualität von zirkulären Produkten und Dienstleistungen. „Unabhängige Prüfungen schaffen Vertrauen, stärken die Akzeptanz neuer Geschäftsmodelle und können einen entscheidenden Beitrag zum Gelingen der Kreislaufwirtschaft leisten“, so Petrich.