TÜV-Verband spricht sich für Alkoholverbot und Null-Toleranz-Politik bei Drogen am Steuer aus

Alkohol und Drogen am Steuer gefährden die Verkehrssicherheit. Der TÜV-Verband begrüßt die aktuelle EU-Initiative und spricht sich für ein absolutes Alkoholverbot sowie eine Null-Toleranz-Politik bei Drogen im Straßenverkehr aus – für mehr Sicherheit und klare Orientierung für alle Verkehrsteilnehmenden.

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Alkohol und Drogen zählen zu den zentralen Risikofaktoren im Straßenverkehr – mit oft tragischen Folgen. Allein im Jahr 2024 kamen in Deutschland 198 Menschen bei Alkoholunfällen ums Leben, 17.800 wurden verletzt. Die EU strebt mit ihrer „Vision Zero“ eine nahezu unfallfreie Mobilität an und gibt mit der 4. Führerscheinrichtlinie deutliche Impulse: Null-Toleranz für Fahranfänger:innen soll verpflichtend, ein europaweit einheitlicher Probezeitraum eingeführt werden. Darüber hinaus empfiehlt die EU auch ein absolutes Alkoholverbot und eine klare Drogenregelung für alle Fahrer:innen.

Der TÜV-Verband begrüßt diese Entwicklung ausdrücklich: Klare Regeln erhöhen die Verkehrssicherheit, stärken die Rechtsklarheit und fördern eine sichere Fahrkultur. Er plädiert daher für die Einführung eines absoluten Alkoholverbots sowie einer bundesweit geltenden Null-Toleranz-Politik gegenüber Drogen im Straßenverkehr aus. Damit verbunden ist die Empfehlung, §24a StVG neu zu fassen:

Ordnungswidrig handelt, wer im Straßenverkehr ein Kraftfahrzeug führt, obwohl er unter der Wirkung alkoholischer Getränke steht.

 

Die Empfehlungen des TÜV-Verbands für eine wirksame Umsetzung 

  1. Einführung eines absoluten Alkoholverbots am Steuer
  2. Bundesweit geltende Null-Toleranz-Politik gegenüber Drogen im Straßenverkehr
  3. Verstärkte Kontrollen, etwa durch Schwerpunktkontrollen oder randomisierte Test
  4. Einsatz technischer Lösungen wie Alkohol-Interlocks
  5. Flankierende Aufklärungskampagnen speziell für junge Fahrer:innen

Wissenschaftlich belegt: Schon geringe Mengen gefährden die Sicherheit

Bereits ab 0,3 Promille sind Einschränkungen der Reaktionsfähigkeit und Risikowahrnehmung messbar. Ab 0,5 Promille steigt das Unfallrisiko deutlich, bei 1,5 Promille sogar um das 20-Fache. Auch Drogenkonsum erhöht das Risiko – je nach Substanz – um das Fünf- bis Zehnfache. Besonders gefährlich ist der sogenannte Kombinationskonsum, also der Konsum von Alkohol mit anderen Substanzen oder verschiedener Substanzen untereinander. 

Warum ein generelles Alkoholverbot sinnvoll ist

  • Klare Regel statt Rechenrätsel: keine Unsicherheiten über Promillegrenzen mehr

  • Stärkung der Vorbildfunktion: Erwachsene als glaubwürdige Verkehrsvorbilder

  • Positive Erfahrungen mit Fahranfängerregel: Rückgang von Unfällen seit Einführung 2007

Mehr Sicherheit durch klare Regeln

Die Einführung eines generellen Alkoholverbots für alle Fahrzeugführenden würde die heute bestehende Unsicherheit beseitigen. Die klare Formel „Wer fährt, trinkt nicht – und wer trinkt, fährt nicht“ schafft eine eindeutige Orientierung und stärkt die Prävention. Sie unterstützt zudem den europäischen Safe-System-Ansatz und ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Vision Zero.

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Positionspapier "Absolutes Alkoholverbot am Steuer und null Toleranz bei Drogen im Straßenverkehr"