Führerschein

FAQ: Wartezeiten bei praktischer Fahrprüfung

Als Folge der Corona-Pandemie kommt es derzeit zu längeren Wartezeiten für Termine der praktischen Führerscheinprüfung als üblich. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

In einzelnen Regionen kommt es derzeit zu längeren Wartezeiten für die praktische Führerschein-Fahrprüfung als üblich. Handelt es sich um ein bundesweites Problem?

Die Situation ist in Deutschland nicht einheitlich und resultiert vor allem aus der unterschiedlichen Corona-Gesetzgebung der Länder. Fahrschüler:innen müssen sich momentan auf Wartezeiten für einen Prüfungstermin von drei bis fünf Wochen einstellen. Regional können kürzere oder auch längere Wartezeiten auftreten.

Wie lange wird diese Situation noch anhalten?

Läuft der Prüfungsbetrieb wie im Moment weiter, rechnen wir damit, dass wir die hohe Nachfrage nach Fahrerlaubnisprüfungen je nach Region im Zeitraum vom vierten Quartal 2021 bis zum Ende des ersten Quartals 2022 abgearbeitet haben.

Welche Gründe gibt es für die ungewöhnlich langen Wartezeiten?

Der praktische Ausbildungs- und Prüfbetrieb kam während der Corona-Lockdowns zeitweise zum Erliegen. Gleichzeitig liefen der Theorieunterricht und die theoretischen Prüfungen in den meisten Bundesländern weiter. Das Ergebnis: Nach Ende der Lockdowns ist die Nachfrage nach Terminen für die praktische Prüfung in die Höhe geschossen. Hinzu kamen Personalausfälle, weil Prüfer:innen an Corona erkrankt sind oder in Quarantäne gehen mussten. Auch bei Bewerber:innen und Fahrlehrer:innen kam es vermehrt zu kurzfristigen Terminabsagen. Erschwerend kommt hinzu, dass es immer noch Verzögerungen bei der Bearbeitung von Fahrerlaubnisanträgen in den Behörden gibt. Einschränkungen gab es vielerorts auch bei den Erste-Hilfe-Kursen, die Voraussetzung für den Erwerb der Fahrerlaubnisprüfung sind.

Was machen die TÜV-Unternehmen, um das Problem in den Griff zu bekommen?

Wir haben mit den Fahrlehrerverbänden ein gemeinsames Maßnahmenbündel geschnürt, das wir jetzt umsetzen. Das betrifft vor allem das Personal. Die Fahrprüfer:innen leisten Mehrarbeit und verschieben in Absprache mit den Betriebsräten ihren Urlaub. Soweit möglich, werden amtlich anerkannte Sachverständige aus anderen Arbeitsgebieten ausgeliehen, zum Beispiel aus der Hauptuntersuchung von Fahrzeugen. Außerdem reaktivieren wir Fahrerlaubnisprüfer, die in den Ruhestand gegangen sind. Wichtigste organisatorische Änderung ist die Einführung des Samstags als sechsten Prüfungstag, um zusätzliche Termine anbieten zu können. Die Fahrschulen leisten ihren Beitrag, indem sie besser planen und rechtzeitig stornieren, um die Prüfzeiten optimal auszunutzen.

Was sagen Sie zur Kritik der Fahrschulen und Fahrschüler:innen?

Wir haben vollstes Verständnis dafür, dass Fahrschüler:innen über lange Wartezeiten verärgert sind. Wir tun aktuell alles, um die corona-bedingte Warteschlange in einzelnen Regionen abzubauen. Wenn es Kapazitätsprobleme gibt, versuchen die Technischen Prüfstellen vor Ort, mit den betroffenen Fahrschulen eine einvernehmliche Lösung zu finden.

Was empfehlen Sie den Betroffenen?

Wir empfehlen den Fahrschulen und Fahrschüler:innen derzeit, längere Wartezeiten einzukalkulieren. Fahrstunden und Prüfungstermin können dann passend zueinander disponiert werden und es entstehen keine zu langen Pausen zwischen der Fahrausbildung und der praktischen Prüfung.

Haben Sie doch noch Fragen?

Marc-Philipp Waschke

Referent Fahrerlaubnis, Fahreignung und Verkehrssicherheit

+49 30 760095-480

marc-philipp.waschke@vdtuev.de